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17.10.2008: Der flüchtige Augenblick: Fotografische Arbeiten von Ferdinand Joesten, Tan Kadam und Leo Pompinon

Berlin, 17. Oktober 2008: Die Umwelt scannen, Situationen entdecken, sich anregen lassen von Farbkonstellationen, kleinen Details und dann den Auslöser bedienen – für den zweiten, weniger flüchtigen Blick auf die vielen interessanten Details, von denen die uns umgebende Wirklichkeit erfüllt ist: Das ist die Kunst des Fotografen-Auges.
Drei solche Fotografen stellt die Deutsche Wohnen Vertrieb GmbH ab dem 30. Oktober 2008 in Ihren Räumen am Südwestkorso 53a in Berlin-Wilmersdorf aus.

Das Aufeinandertreffen bestimmter Materialien, die große Konzentration von Zeichen und Informationen auf engem Raum, die sich wie von Geisterhand zu einem Gemälde komponieren, der doppelte Blick mit ungewöhnlicher Perspektive durch eine irritierende Spiegelung, die Spuren eines abwesenden Gegenstands, oder die sonderbare Sammlung von Objekten im öffentlichen Raum, all das können spannende und fotogene Sujets sein. Wiederum eine andere Annäherung an die Wirklichkeit ist es, einen spezifischen Ausschnitt und aus ungewohnter Position aufzunehmen, um eine Verfremdung zu erreichen und dem Betrachter einen neuen Blick auf gewöhnliche und allzu bekannte Situationen zu ermöglichen. Zur

Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, den 29. Oktober 2008, 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein. Die 45 Fotoarbeiten sind vom 30. Oktober bis 19. Dezember 2008, Mo. – Fr. 10–16 Uhr, Di und Do bis 18 Uhr, bei der Deutsche Wohnen Vertrieb GmbH am Südwestkorso 53 a, 14197 Berlin (Wilmersdorf) zu sehen.
(Verkehrsanbindung: U3, Rüdesheimer Platz, Bus 248, 101)



Zu den Fotokünstlern

Ferdinand Joesten bezeichnet seine Bilder als "Fotografien auf Videobasis", da er sie nicht mit einer herkömmlichen Kamera herstellt, sondern mit einer analogen Videokamera im Einzelbildmodus gewinnt. Diese Bilder haben eine wesentlich geringere Auflösung als ein übliches Foto. Sie sind grobkörniger und erhalten damit eine ganz eigene Ästhetik, die das Flüchtige des Augenblicks nochmals unterstreicht.

Tan Kadam hat sich für seine Serie von Fotografien unter dem Titel "Absence", die zwischen 2002–2004 in Frankreich, Deutschland und der Türkei entstanden ist, auf Leerstellen  konzentriert. Er verzichtet völlig auf die unmittelbare Präsenz von Menschen und richtet sein Augenmerk auf die kleinen Spuren ehemaliger Präsenz von Objekten und umgekehrt eben auf ihre Abwesenheit. Die Bilder zeigen Interieurs von Wohnungen ohne ihre Bewohner. Sichtbar sind Wände mit Spuren einer ehemaligen Bildanordnung, die so nicht mehr existiert.

Leo Pompinon ist beruflich viel auf Reisen u. a. im südlichen Afrika und in den USA, wo er seine Motive sowohl mit digitalen als auch mit analogen Kameras "einfängt". Ob Stadtlandschaften, Innenarchitektur, merkwürdige Installationen am Straßenrand, die Reste eines Schuhs, den sich die Natur einverleibt hat, afrikanische Wildnis, Pompinons Interesse gilt der Formation von Objekten, Tieren sowie der Oberflächenstruktur von Wirklichkeit. Ihm gelingt es, sehr verschachtelte Konstruktionen einzufangen, die nicht er produziert sondern in bestimmten Ausschnitten der Wirklichkeit erkennt und festhält.

 

Ferdinand Joesten, geb. 1949 in Bonn, Mitglied der DGPh und bei Freelens
Feinmechaniker- und Fotografenausbildung in Berlin; Erstellung von Video-Ausbildungsfilmen bei Siemens Berlin; Wissenschaftlicher Fotograf am Veterinärmedizinischen Institut der FU Berlin
Leitung von Kinder-Fotogruppen; seit 1982 in Süddeutschland als freier Fotograf tätig

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl):
2001: Kunst im Landkreis Sigmaringen; - Int. Foto-Triennale Esslingen
2002: Haus der Fotografie, Burghausen; Museum Fronfeste, Neumarkt, Österreich;
2004: "Kopf-Figur", Atelier Laubbach; "Landschaft – Architektur", Atelier Laubbach
2005: "Beziehungen", Atelier Laubbach
2006: "Objet Trouvé" Galerie Carlshorst, Berlin; "Mutatis Mutandis", Schloss Salem; "Kunst adelt", Schloss Meßkirch
2008: Kreiskunstausstellung, Schloss Meßkirch


Tan Kadam, geb. 1968 in Stuttgart, Kindheit in Istanbul; 1989–1992 Studium Kommunikationsdesign, Universität Gesamthochschule Essen; Aufnahmen von Tanz- und Theateraufführungen (Pina Bausch, Sankai Juku, Hansgünther Heyme); 1993–1997 Fotoassistenz in Paris
Erste freie Themen. Es entstehen folgende Serien: 1997–1998 "Self"; 1999–2000 "Persona" ; 2000–2002 "Présence"; 2001–2003 "Sea"; 2002–2004 "Absence"; 2003–2005 "Food"; 2005 bis heute "Meteorit"

Ausstellungen:
1998: "Fossi"“, Multimediazentrum, Paris
1999: "Vögel", Kunstzentrum "Le Frigo", Paris
2004: "Sea", Galerie "Food", Paris
2004: "Pleats Please", Gruppenausstellung, Athen

Parallel zu den künstlerischen Projekten Arbeit als Fotograf und in der digitalen Bildbearbeitung für L’Oreal, Vichy und diverse Modemagazine


Leo Pompinon, geb. 1974 in Berlin; 1995–1997 Studium Politik, Publizistik / Kommunikationswissenschaften, Universität Göttingen; Intensive Auseinandersetzung mit Werken der Fotografie besonders von Ansel Adams, Robert Capa und Robert Werling; 1998–2003 Studium Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin, Abschluss mit Diplom
Aufenthalte in Neuseeland, Australien und Indonesien. Landschaftsserien und Experimente mit einer Mittelformatkamera; 2000–2007 Tätigkeit im Bereich Presse- und Öffentlichkeit; Arbeit als freier Journalist und Fotograf; Assistent von Stefan Erfurt (Mitbegründer der C/O-Galerie für Fotografie); 2005 Reisen in die USA und Arbeiten zum Thema "Veteran’s Day"; 2007/2008 Arbeitsaufenthalt in Südafrika und Namibia im Auftrag der FH Kiel und Serien zu den Themen Aidswaisen und Straßenkinder

Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland


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